To whom it may concern

Ich bin davon überzeugt und handle (schreibe) nach der Maxime, dass Gedichte dazu da sind, Menschen sprachfähiger zu machen: 
  • Den Leserinnen und Lesern, Formulierungen, Worte und Bilder an die Hand zu geben, in denen sie sich wiederfinden und die sie benutzen können, um sich selber zu beschreiben und zu artikulieren, 
  • Ihnen Verse unterschiedlicher Klangfarbe und Sinnlichkeit anzubieten, in die sie meditierend-reflektierend eintauchen können, um in Aufsaugen, Liegenlassen und Wegwerfen von ihnen sich selbst, als Individuum, als Mensch, als Tier, immer wieder anders zu entdecken;
  • Ihnen Gedanke und Gefühle nahe zubringen, die ihnen bisher fremd sind, die sie abstoßen finden vielleicht – und so am aufklärerischen Mühen, an der modernen Unternehmung mitzuwirken und festzuhalten, dass ein gutes und richtiges Leben nur eines mit möglichst offenen Horizonten, maximaler Toleranz und Komplexität sein kann - an einem Projekt mitzuwirken, zu dem auch alle anderen Künste und ideographischen Wissenschaften auf ihre je einzigartige Weise ihren Beitrag leisten.
Interessanter als das Faktum, dass ich dies alles so sehe und gegen Einsprüche verteidigen würde, ist allerdings die Frage, warum ich mich veranlasst fühle, diese Maximen für mich (und andere, öffentlich) zu formulieren. Was greift mich derart an, dass ich meine Position feststellen und erklären muss? Mehr dazu - demnächst auf meinem Essayblog: www.ruerup-denkbar.blogspot.de