Posts mit dem Label Igel-Gesänge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Igel-Gesänge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Ich hätte gern (Pralinen)

Ich hätte gern, ich wüsste wie
Mit einem Wort dir deinen
Alltag zu versüßen. Keinen
Moment ließ ich verstreichen, nie-

Mals würd' ich schweigen, dir das Wort
Wann immer möglich sagen,
So dass du von ihm getragen
Glücklich bist in einem fort.

Wie eine Praline allezeit,
Ein Geliebtsein immerzu,
Ein steter Tropfen Medizin,

Der dich besänftigt und befreit,
Von was auch immer, so dass du
Nicht mehr zweifeln musst und fliehn.

Video: "Pralinen" bzw. "Ich hätte gern"


Text veröffentlicht in "Igel-Gesänge. Wann kann mann nur lieben?" Geest-Verlag, 2019. 

XIX (Wir fügen uns nicht)

Nein, wir fügen uns nicht
Wie Puzzleteile, wie
Topf und Deckel, wie
Mann und Frau.

Nein, wir atmen nicht
Im Kreis, zu Eins
Verschlungen
Im Kuss.

Wie Schiffe sind wir
Mit gemeinsamen Hafen
Aus- und ein-
Fahrend tags.

Und Nachts beiein-
Ander liegend dort,
Schuffelnd
Reling an Reling.


I (Wie schwer)

Wie schwer  - als Igel - sich nicht einzurollen.
Den Bauch dir anzubieten zum Liebkosen
Und - trotzdem es kitzelt - ruh'n.

Entgegen dem Impuls zum Flüchten-Wollen,
Mich bei dir zu halten, meine bloßen,
Ach so zarten Seiten aufzutun.

Eine Arbeit ist das, der man nicht die Mühe
Anseh'n darf: Dilemma oder Kunst
Sich anzustrengen, nicht verhärten.

So dass ich einer Blume gleich erblühe,
Erfreut, berührt, gewärmt von deiner Gunst:
Und wir uns finden als Gefährten.