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Grund zum Tanzen

Dass Frauen lieber
Tanzen, liegt vielleicht am Schwung
Der langen Haare.

Brief

Ich schrieb dir nicht. Um dir zu schreiben
Fehlte mir der Grund, nein, die Idee,
Der Glaube, was ich fühle, seh, 
Wär es wert - so ließ ich's bleiben.

Nicht sofort. Ich habe viel geschrieben,
Bevor beim nochmal Lesen ich
Es leer, es dümmlich fand, es strich.
Am Ende ist mir nichts geblieben.

So steh ich da mit leeren Händen,
Angstvoll bedrückt mit dem Problem,
Dass du davon - von mir - nichts weißt. 

Ein leeres Blatt kann ich dir senden,
Mit einem Gedicht vielleicht von irgendwem,
Wenn du nur ahntest, was das heißt.

Kleine Runden

Man könnte kleine Runden drehen
Durch den Park beim Haus und so
Langsam beim Spazierengehen
Ruhiger werden, froh.

An der Luft zu Atem kommen
Und spüren da, man kann allein
So für sich, für sich genommen
Glücklich und zufrieden sein.

Mit etwas Landschaft, einem Blick
Auf Pflanzen nicht auf Wände und
Ohne Grund etwas zu sagen.

Es liegt so nahe dieses Glück,
Ist klimafreundlich und gesund.
Es hat nicht einen Haken.

Mein lichter Urgrund

Wenn ich in mich gehe,
Ein Loch mache,
Schichten abtrage,
Erdreich aushebe,
Batzen, Brocken, Krümel, Kies,
Haufen Abraum drumrum,
Sortiert nach Art und Weise,
Und mich mehr und mehr hineinbeuge, 
Hineinkrieche in die Grube, die Höhle,
Einfahre ins Bergwerk untertage,
Grabe, mich weiter grabe, 
Stollen, Gänge wühle, haue,
Durchs Dunkel, im Dunkel,
Blind, erblindet vom Tun, 
Starrend vor Dreck
(Wo nur, wie nur ist da ein Grund?),
Dann ist da plötzlich ein Riss,
Dann kommt es zum Riss,
Ein Spalt nur erst einmal,
Eine Öffnung, Eröffnung,
Auftun, Zerbrechen
Des Bodens, des Steins:
(Wie konnte ich es vergessen, verschütten, verstellen?),
Dass es hell ist, in mir: hell,
Durchleuchtet und warm,  
Erfüllt und getragen -
Eine lichte Mitte,
Eine lichte Quelle, 
Ein sprudelndes Licht.